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Hoffnung auf Hellas-Hilfen treibt Dax

Aktien, Euro, Öl

Heute wollen die Euro-Finanzminister endgültig über das zweite Hilfspaket für Griechenland abstimmen. Anleger rechnen mit einer positiven Entscheidung, der Dax nimmt Kurs auf 6900 Punkte. Der Ölpreis steigt wegen des iranischen Lieferstopps an Frankreich und Großbritannien auf ein Neunmonatshoch.

Frankfurt am Main - Der Dax gewann am Morgen 0,57 Prozent auf 6887 Punkte und baute damit sein Halbjahreshoch vom Freitag aus. Noch höher, bei rund 6938 Punkten, hatte der deutsche Leitindex zuletzt am 2. August 2011 gestanden.

Auftrieb kam einerseits aus China, denn dort lockert die Regierung erneut ihre Geldpolitik und senkt den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken. Andererseits werde auf eine Verbesserung der Situation in Griechenland gehofft, sagte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets. Nachdem Athen Zug um Zug wichtige Forderungen der öffentlichen Geldgeber erfüllt hat, wird am Nachmittag mit einer Freigabe des zweiten Hilfspakets über insgesamt 130 Milliarden Euro durch die Finanzminister der Euro-Zone gerechnet. Allerdings dürfte laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ein "fader Beigeschmack" bleiben. Helaba-Experte Ulrich Wortberg verweist insbesondere auf den Umstand, dass das Vertrauen in den Reformwillen Griechenlands tief erschüttert ist.

Bankwerte sehr fest

An der Dax-Spitze versammelten sich die Bankenwerte und profitierten damit laut Händlern vor allem von Hoffnungen auf eine Lösung für Griechenland. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen um 1,61 Prozent auf 34,37 Euro und die der Commerzbank gewannen 2,45 Prozent auf 2,12 Euro. Ein Bericht im "Platow"-Börsenbrief, dass die Commerzbank aufgrund ihres Engagements in Griechenland wohl rund 800 Millionen Euro zusätzlich abschreiben müsse, enthalte dagegen "absolut keine Überraschung", heißt es.

Die Papiere der Deutschen Post rückten um 1,18 Prozent vor und profitierten vom Übernahmeinteresse des US-Konkurrenten United Parcel Service (UPS) am niederländischen Paketdienst TNT Express. UPS will den zweitgrößten europäischen Paketdienst nach der deutschen DHL für knapp fünf Milliarden Euro kaufen.

Hoher Ölpreis belastet Lufthansa

RWE legten nach einer Kurszielanhebung durch Nomura um 0,99 Prozent auf 33,66 Euro zu. Die japanische Bank hat laut Händlern das Ziel der Versorgeraktie auf 34 Euro angehoben.

Um unterdurchschnittliche 0,32 Prozent stiegen die Aktien der Lufthansa . Belastend wirkte wohl vor allem der hohe Ölpreis, der nach der Ankündigung des Iran, die Belieferung Frankreichs und Großbritanniens mit Rohöl einzustellen, auf den höchsten Stand seit neun Monaten kletterte.

Im MDax gewannen Fraport 0,81 Prozent und entwickelten sich damit marktkonform. Der auf Mittwochmorgen ausgeweitete Streik von rund 200 Vorfeldmitarbeitern belaste allenfalls gering, der finanzielle Einfluss durch den Streik sei zudem begrenzt, heißt es von Händlerseite.

Euro stark, Ölpreise auf Neunmonatshoch

Der Euro ist zu Wochenbeginn vor der Entscheidung über das zweite Hilfspaket für Griechenland über die Marke von 1,32 Dollar gestiegen. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3210 Dollar und damit rund einen halben Cent mehr als am Freitagabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7570 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,3159 (Donnerstag: 1,2982) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben ebenfalls zugelegt und sind auf den höchsten Stand seit neun Monaten geklettert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Montagmorgen 120,99 Dollar. Das waren 1,41 Dollar mehr als am Freitag. Ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) mit Auslieferung im März verteuerte sich um 1,69 Dollar auf 104,93 Dollar. Damit notieren die Ölpreise so hoch wie zuletzt im Mai 2011.

Für Preisauftrieb sorgte am Ölmarkt vor allem die Ankündigung Irans, die Belieferung Frankreichs und Großbritanniens mit Rohöl einzustellen. Das teilte ein Sprecher des iranischen Öl-Ministeriums mit. Anlass ist das Ölembargo der EU, das seine volle Wirksamkeit erst im Sommer entfalten wird. Hintergrund des Disputs ist das iranische Atomprogramm. Der Westen wirf dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben.

Marleen Gründel / manager-magazin.de

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